Archive for August, 2009

Blog Day 2009
So. Hiermit betrachte ich mich als offiziell vollkommen eingezogen. Über Verlinkungen und zahlreiche Leser freu ick mir natürlich. Sozusagen zum richtigen Einstieg mache ich deswegen auch beim BlogDay mit. Eigentlich sollte man dabei auf fünf für einen selbst neue Blogs verlinken – aber da mir diese Information erst hinterher auffiel, ignoriere ich sie mal einfach weiter.

TaxiBerlin
Weil… ja einfach weil…is ganz nett. Bin letztens drüber gestolpert. Ein Taxifahrer aus Berlin blogt da seine philosphischen Gedanken – ein kleiner kultureller Kick per Blog.

Gesellschaft ist kein Trost
Hier bloggt – zusammen mit einer mir unbekannten Freundin – eine ehemalige Studienkollegin von mir. Ich sag nur soviel: ein Hoch auf das Prekariat (also uns) und die mehr als dürftige Lage am Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler. Hier werden Probleme klar angesprochen – angefangen beim zigtausendsten Praktika mit Mitte 30 bis hin zu seltsamen Geschäftsgebaren und Vorstellungsgesprächen. Absolut lesenswert.

Kais Kram
Ein Blog aus dem Herzen von Berlin. Hier schreibt ein netter und mir natüürlich völlig unbekannter ITler vor sich hin. ;-) Und ja, ein guter Schreibstil, eine ordentliche Portion Sarkasmus und eine gut gesetzte Pointe haben einen gewissen Sex Appeal.

Die Schreibstube
Hier handelt es sich hier nicht (auch wenn wir quasi aus derselben “Branche kommen”) um eine ehemalige Studienkollegin, sondern um eine Freundin von mir. Camilla bloggt hier in unregelmäßigen Abständen über Themen wie kreatives Schreiben, Zeitmanagement, Selbstorganisation, Methoden und Arbeitsmittel.

Medienrauschen
Eine Website die das Mediengeschehen in der Onlinewelt kommentiert und beleuchtet. Interessantes zum Journalismus 2.0 – nur um mal einige Schlagworte herabzuleiern. Lest selbst.


 
August 31st, 2009 Daily Gossip | 4 Comments
 
 

Mittelaltermarkt_HellersdorfVoller Freude haben wir das Plakat vor ein paar Tagen gesichtet -  skeptisch wurden wir dann, als wir bei der Internet-Recherche die Örtlichkeit ausfindig machten. Mitten in Hellersdorf – für Nicht-Berliner: “Bahh nää, mitten in der Platte!”, wie eine gute Freundin es so hübsch zum Ausdruck brachte.

Etwas desillusioniert aber marktwillig fuhren wir dann diesen Samstag da hin. Die U-Bahn hält ja quasi direkt vor unserem Haus und fährt durch, der Eintritt war frei und bei der Monatskarte meines Mannes konnte ich umsonst mitfahren – also keine Ausgaben, die ich der Veranstaltung im Vorfeld negativ anlasten konnte.

Zwischen Neubauten und ein paar kümmerlichen Bäumen war dann der Großteil des Marktes gequetscht. Wobei “Mittelaltermarkt” hier ein  eher euphemistischer Ausdruck ist. Eine Bühne, ein mickriger Keramikstand, ein Stand mit Schmuck (und einem netten Verkäufer), ein paar notorisch überteuerten Klamotten, Lederkrimskrams, Filzketten (?), 5 Fress- und Saufstände (Ich bin ja nun trotz Geschichtsstudium wirklich kein historisch korrekter Korinthenkacker, aber bei frittierten Kartoffel-Schnitzen und China-Pfanne zucke ich schon ein wenig zusammen.), dazwischen und auf einem freien Gelände nebenan zig Stände zum Verticken von Holzschwertern und schickem hölzernen Spielzeug wie Dolchen, Hellebarden, Schilden oder artig-brave Morgensternen. Und da glaubt ein Großteil der Gesellschaft wirklich die mediale Mär, dass unsere braven Kinderlein ja nieeeee mit Waffen spielen würden und durch die bösen modernen Videospiele total unnatürlich verdorben sind. Ja ne, is klar. Der Fall liegt hier ja auch ganz anders, weil – das Zeug ist ja aus Holz und damit automatisch pädagogisch wertvoll, ne?

Für die großen Jungs und Mädels gabs dann noch die obligatorische Schmiede mit Schwertern und anderem schicken Klingenzeugs. Mittendrin amüsierte sich der Plebs. Wie sagte mein Mann so schön: “Mittelaltermarkt! Eine hervorragende Methode um halb Hellersdorf anständig zu bewaffnen!”

Insgesamt war der Markt also eher so wie ihn sich der durchschnittliche Prolet, der sich gerne in schwarze Kunstledermäntel samt Tribal-bedrucktem T-Shirt und möglichst protzigem Drachenanhänger aus Billigmetall hüllt, vorstellt. Aber ich will nicht unfair sein. Ja, ich habe schon bessere Märkte gesehen, aber man merkte er war vom Veranstalter schon ganz liebevoll zusammengestellt. Vor allem war er günstig – ich zog jedenfalls glücklich mit einer neuen handgetöpferten Tasse (ja, ich gestehe, ich habe eine uncoole Affinität zu Keramik) und zwei Paar sehr günstigen Silber-Ohrringen (Mein arabisches Blut zwingt mich zum Feilschen, ich kann da nix für! Auch wenn mein urdeutscher Mann sich dann peinlich berührt abwendet.) von dannen. Die üppigen Apfelkrapfen à 2 Euro und das Glas Met à 2,50 Euro waren weit unter dem, was mir auf anderen Abzock-Märkten schon begegnet ist.

Auf dem Rückweg beglückte uns im übrigen ein  ca. 3 jähriges Mädel im Kinderwagen wiederholt mit Tourette-Syndrom-artigen spitzen Kreischanfällen sobald sie sich zu langweilen schien. Ich mag Kinder. Eigentlich. Aber diese Brut schrie von jetzt-auf-gleich wirklich so, als ob man ihr mal eben einen glühenden Haken in die Eingeweide gerammt hat. Die Mutter ignorierte das weitgehend und unterhielt sich weiter mit ihrem Lebensabschnittsgefährten (im schicken Ed Hardy-Replikat *uärrrgh*), tätschelte höchstens belohnend den Kopf des Kindes, das sich daraufhin kurz beruhigt, um dann im nächsten Moment der Nichtbeachtung wieder Schreie anzustimmen. Man ist als Berliner ja viel gewöhnt, aber die Tonlage war echt unglaublich und ließ den gesamten Wagon entnervt zusammenzucken. Ich glaub ich mach ne neue Kategorie auf: nervige Bälger.

Im Endeffekt war es keine vollkommen verschwendete Zeit, dennoch war ich ganz froh, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit da weg waren – sonst würden sich unsere Organe wahrscheinlich inzwischen auf dem russischen Schwarzmarkt befinden oder so.

 
August 30th, 2009 Berlin speziell, Monster - Mumien - Mutationen | 1 Comment
 
 

Ich neige langsam zu Verschwörungstheorien. Die netten Herren von der Post/Hermes/DPD/passenderVersandservicehierbitteeinsetzen klingeln immer, aber wirklich immer dann, wenn ich gerade a) unter der Dusche stehe oder b) in Unterwäsche durch die Wohnung hetze.

So auch heute – gerade gereinigt der Dusche entstiegen, wickle ich meine Haare in ein Handtuch und poliere meine Brille. Es klingelt. Natürlich. Warum ich wirklich in Erwägung zog zur Tür zu gehen? Weil mein Mann in der Außenwelt Nahrungsmittel fürs Wochenende jagen war und dazu neigt seinen Schlüssel zu vergessen.

Resigniert wickelte ich also meinen göttinnengleichen Körper in den Satin-Fetzen, aka einzig auffindbarer Morgenmantel in Greifweite, und stürmte gen Wohnungstür und Gegensprechanlage.

Natürlich war es nicht mein Mann, sondern ein verwirrter Postbote. Und natürlich quäkte er wie ein verlorenes kleines Schaf (das ist Masche bei denen!), ob ich zuuufällig auch noch was für andere Leute im Haus annehmen kann. Der ewige Fluch von Freiberuflern die Parterre wohnen.

Naja, denke ich mir, das geht ja rasch, sind schon keine Nachbarn im Innenhof unterwegs. Öffne die Türe und pralle samt Handtuchturban fast gegen eine ungeliebte Nachbarin, die gerade die Treppe  entert. Sanft grummle ich vor mich hin und linse weiter aus der Tür – kein Postbote in Sicht. Dafür aber eine Versammlung meiner Mitmieter im Innenhof, die mich sofort erspähen und mir freundlich zuwinken. Wie. Schön.

Die nächste Nachbarin kommt herein und amüsiert sich erstmal grinsend: “Falscha Zeitpunkt, wa?” Überlege ob ich sie dazu überreden soll den Postboten, der sich scheinbar im Vorderhaus verirrt hat, eizufangen. Jetzt gesellt sich auch noch die Familie aus dem dritten Stock hinzu – Mann, Frau und zwei Kinder, ich lächle krampfhaft vor mich hin, frage mich wie weit wohl der Saum des Morgenmantels reicht und fühle mich-… exponiert. Wie aussieht haben sie unterwegs den Postmenschen getroffen und sind jetzt gutgelaunt zu Debatten über Paketgrößen aufgelegt. Im Hintergrund kriecht zu meiner Erleichterung langsam der Paketsklave Paketbote näher – samt einer gut gefüllten Sackkarre.

Die Nachbarn tummeln sich endlich (wahrscheinlich ist mein Nixen-Aufzug für den Rest des Tages Gesprächsthema) und der Herr von der Post erscheint mit Dackelblick. Ihm ist scheinbar gerade sehr nach Kommunikation (vielleicht will er sich auch nur meinen Anblick im chinesischem Satin-Morgenmantel  und himmelblauen Handtuch länger gönnen.), er ändert ungefährt dreimal die Zusammenstellung der Pakete auf seinem elektronischen Spielzeug und berichtet mir wann diese Woche welche Nachbarn da waren und welche Paketgrößen sie wann, wo und wie erhielten. Wasser rinnt mir in den Nacken. Unterdrücke das Bedürfnis kreischend die Türe zuzuschmeißen, während der Mann freundlich vor sich hin quasselt und mir die monströsen Pakete in die Wohnung schleppt, da ich mich weigere mich in dem zum Aufklaffen neigenden Fetzen nach den Dingern zu bücken.

Dann ist es geschafft. Endlich. Bis zum nächsten Tag mit Postzustellung.

 
August 29th, 2009 Daily Gossip | 1 Comment
 
 

Blog Day 2009 Noch bastele ich an Blog und Theme herum – bevor ich mich hier gänzlich häuslich niederlasse, möchte ich schon mal kurz auf eine Aktion verweisen, die ich ganz sinnig und empfehlenswert finde: den Blog Day

Wer bei twitter vertreten ist, wird hier Parallelen zum Follow Friday finden – einmal im Jahr spricht man seine Empfehlungen für 5 Blogs aus, skizziert diese mit einigen Sätzen in seinem Blog und meldet den Eintrag bei der Website der Aktion. Eine gute Möglichkeit die Nase mal in die Nischen der Netzwelt zu stecken und über den sprichwörtlichen Tellerrand hinauszublicken. Ich denke da draußen gibt es viel zu entdecken.

 
August 28th, 2009 Netzwelt | No Comments
 
 

Michael-Bührke / www.pixelio.de

Liebes Deutschland,

60 Jahre GrundGesetz – dazu möchte ich dir ganz brav und herzlich gratulieren. Auf dass du nicht weiter von politischen Korinthenkackern erweicht, zermürbt, zerbröselt wirst, sondern noch zig Jahrzehnte unerschütterlich bist, obwohl seltsame Menschen an jeder Ecke von dir rumzerren und dich zurechtstutzen.

Sei unbequem, unbeugsam, Retterin für Verfolgte und halte die Würde der Menschheit fest geborgen in dir. Lass sie nicht los, lass uns nicht los, so dumm und undankbar wir uns auch aufführen mögen.

Liebe Grüße,

deine Shermin

Bildquelle: Michael-Bührke / www.pixelio.de

 
August 26th, 2009 Gesetzgebung | No Comments