… leider. Nämlich in meiner Wohnung. Beziehungweise momentan auf unserer Terrasse. Samt Staubsauger. Lacht nicht.  Ich spreche wirklich kein Anglerlatein, wenn ich sage, dass ich in freier Wildbahn noch nie so eine riesige Spinne gesichtet habe. Und dabei klebte das Vieh schon drei Meter über mir an der Decke.

Ich mag Spinnen nicht, aber ich kann sie in Grenzen tolerieren, besonders wenn sie im Sommer leckeres Ungeziefer wie Motten und Mücken vernaschen. Neben meinem Sofa wohnt seit Monaten eine keine unschuldige Hausspinne, die ein sehr zurückhaltendes Wesen hat und auf den Namen Elvira getauft wurde (Ihr Mann Horst wohnt einige Zentimeter tiefer, nimmt sich aber ab und an mal eine beziehungstechnische Auszeit von Elvira. Vielleicht verspeist sie ihn auch in regelmäßigen Abständen und ich bin schon Horst II- IV begegnet? Und nein, ich bin nicht total gaga.) Was ich nicht mag ist, wenn  ich Arachniden begegne, die mich sanft an Hagrids Aragog erinnern und mit ihrem Anblick dafür sorgen, dass sich bei mir gleich der ganze Schopf und nicht nur vereinzelte Nackenhaare aufstellen.

Und ich fürchte die kleine Tarantula will zurück ins Warme. Der Illusion, dass unser Staubsauger genug Saugkraft hatte, um dieses gigantische Vieh zu zermalmen, gebe ich mich nicht wirklich hin. Viel eher hat sich dieses behaarte Spinnenmonster wahrscheinlich Innen am geriffelten Schlauch festgeklammert, nachdem es sich schon problemlos geweigert hatte überhaupt eingesaugt zu werden. Der Liebste musste das Staubsaugerrohr unter die Spinne klemmen und das emsig vor sich hin spinnende Vieh quasi von der Wand schälen.

Jetzt befällt mich die Frage – war Tarantula alleine? Oder plante sie schon Nachwuchs? Gehört eventuell eine ganze Sippe dazu? Ich stell mir das richtig schön vor, wie die großen Schwestern und die Mama in irgendeiner dunklen Ecke der Wohnung bösartig grinsend auf sie einredeten, damit sie da draußen mal gucken geht. “Komm, Klaiine… sträck mal die Füßchen da raus. Mach nurrr.. mach nurrr.. Wirrr wollen ääxpandieren, sieh mal, wirr trätän uns schon gegenseitig auf die Netze und deine Nichten und Neffen schlüüüpfen bald aus ihren Eiern. Sieh dich um, dirrrr passieeert schon nichts…!” Nicht, dass ich nachher das spinnentechnische Äquivalent einer Vendetta an meiner Zimmerdecke habe… (Und warum haben die Spinnen in meinem Kopf eigentlich einen so seltsamen russischen Der-Pate-KGB-Akzent…? (Ich fürchte der letzte Satz hinterlässt keinen guten Eindruck von meinem Geisteszustand… Aber die Spinne – ihr wisst schon.))

Und nein, Fotos gibt es keine, ich war viel zu sehr damit beschäftigt auf einem beschuhten Fuß herumzuhüpfen, Geräusche wie “Arghhhhhohggooootttieeeehääärgs!” hervorzuquetschen, gegen den spontanen Wunsch anzukämpfen mir die Haut vor plötzlich entflammter Spinnenphobie runterzukratzen und entsetzt dieses Tier anzukreischen – um mal ganz dem klassischen weiblichen  Rollenmodel zu entsprechen.

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2 Responses to “Ich weiß, wo Tarantula wohnt…”

  1. Sven Says:

    Hach, ich hätte genauso reagiert wie du. Ich hatte hier auch mal so ein riesiges Vieh, dass ich dabei beobachtet habe wie es durch unser Küchenfenster in die Küche gekrabbelt kam. Sie entschloss sich aber ziemlich schnell wieder hinaus zu krabbeln, sonst hätte sie wahrscheinlich ihr leben in einem Glas beenden dürfen.
    Eklig diese Spinnen, ich renne ja meistens vor denen davon und rufe jemanden, der die bitte einmal entfernt ;-)

  2. Shermin Arif Says:

    Glaub mir, diesem Monster hätte sich niemand freiwillig mit einem Glas genähert. Mich schüttelts immer noch…

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