Archive for the ‘ Gesetzgebung ’ Category

Die Erweiterung meines Gewerbescheins kam eben per Post vom Ordnungsamt an. Ich bin ja immer noch fasziniert, wie relativ unkompliziert und nett das ablief. Ich kann mich dennoch des leicht aufsässigen Gedankens nicht erwehren, dass es eventuell noch ein wenig unkomplizierter hätte ablaufen können.

Zum Beispiel mit direkter und digitaler Dokumentenübermittlung. So habe ich mir nach diversen Telefonaten, und einem gescheiterten Versuch mir das Ding per Mail zusenden zu lassen, das Formular aus dem Netz gezogen, habe es ausgedruckt, ausgefüllt, in einen Umschlag gestopft und zum Amt geschickt.

Die haben es dann irgendwann ausgepackt, durchgelesen, meine Angaben teilweise ignoriert, teilweise veraltet von meinem alten Gewerbeschein übernommen und diese Daten dann – garniert mit Rechtschreibfehlern – in ein digitales Dokument übertragen, abgespeichert, ausgedruckt, abgestempelt,  in einen Umschlag gestopft und mir dann zur Kenntnisnahme zugesendet.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Freundlichkeit und Geduld der Dame vom Amt, bei der ich dann schlussendlich vor drei Wochen mehrfach telefonisch landete, wirklich ungewöhnlich war (das ist jetzt wirklich nicht ironisch gemeint!). Aber das ich den Vorgang – in dem Wissen wie es auch ablaufen könnte (Dokument online ausfüllen, absenden, zurückbekommen – ohne Schreib- und Übertragungsfehler durch Maschine Mensch) – dennoch als erfreulich unkompliziert bezeichne, wirft doch ein etwas bizarres Licht auf unser digitales Jahrhundert…  ;-)

 

 

 
Juli 16th, 2011 Berlin speziell, Gesetzgebung | No Comments
 
 

Hebammen? Warum sollte man sich denn bitte darüber Gedanken machen? Ich persönlich habe mich – dank mangelnder Kinder – damit jedenfalls noch nicht weiter beschäftigt. Derzeit bin ich aber dazu gezwungen. Denn klar: Kinder möchte ich auch irgendwann haben. Und gedanklich-diffus bin ich zumindest immer irgendwie davon ausgegangen, dass ich dann vielleicht von einer Hebamme begleitet werde.
Momentan sieht es nur so aus, dass ich in einigen Jahren dazu wohl keine Chance mehr haben werde, denn der Berufszweig der Hebamme wird wohl ab diesem Jahr – wegen exorbitant steigender Versicherungen – nicht mehr lange weiterleben.

Was macht eine Hebamme eigentlich?

Hebammen – die Bezeichnung bedeutet laut Tante Wiki: althochdeutsch Hev(i)anna: „Ahnin/Großmutter, die das Neugeborene aufhebt/hält“. Eine, wie ich finde, wunderschöne Bezeichnung, die auch Sinnbild der Arbeit ist, die Hebammen leisten.  Der Berufsstand der Hebamme ist uralt und begleitet unsere Zivilisation schon immer – oder was denkt ihr, wie die Generationen vor uns das Licht der Welt erblickt haben? Sterile Operationssäle und gottgleiche  Weißkittel gab es vor ein paar Jahrhunderten noch nicht.

Hebammen begleiten die Schwangerschaft, die Geburt, betreuen die Wöchnerinnen und stehen auch beratend nach der Geburt zu Seite. Bei so einer wichtigen Lebensveränderung und Umstellung eine gewichtige Aufgabe. Viele Frauen (und bestimmt auch Männer) müssen erst lernen mit einer Schwangerschaft, bzw. einem Baby umzugehen, sich darauf einzustellen. Viele Sorgen, Fragen und Ängste tauchen auf – die Hebamme steht in der Regel (auch medizinisch!)  zur Seite, leistet Schwangerschaftsvorsorge, gibt Rat, sieht die Veränderungen und führt die Geburt durch.

Hebammen: E-Petition im Bundestag

Die Frage ist nur: wie lange noch? Wenn sich in naher  Zukunft nichts ändert, werden viele Frauen (und auch Männer) den Beruf der Hebamme aufgeben müssen. Soweit ich weiß, werden auch etliche Geburtshäuser dazu gezwungen sein, zu schließen. Hierzu ein kurzer Ausschnitt von der Seite der Initiative “Hebammen für Deutschland”, die eine Petition zur Soforthilfe im Bundestag eingereicht hat. Seit zwei Tagen kann man hier online mitzeichnen –  also meldet euch an (wenn ihr das nicht eh schon seid) und werft eure politische Stimme in die Waagschale. Greift euch eure Familienmitglieder und Freunde und gebt eure Stimme ab – schließlich geht es um uns und darum wie wir unsere Kinder bekommen. So fern das für manche auch noch in der Zukunft sein mag – irgendwann wird es vielleicht aktuell und dann hat man keine Wahl mehr, weil der jahrtausendealte Berufsstand der Hebamme dank bürokratischer Exzesse ausgestorben ist. Tiefgreifendere Informationen zur Problematik  sind auf der Homepage der Aktion zu finden.:

“Durch erhöhte Beiträge zur Haftpflichtversicherung der Hebammen wird Frauen die Möglichkeit genommen den Geburtsort ihres Kindes frei zu wählen oder sich für individuelle Hebammenunterstützung während der Geburt zu entscheiden!

Geburtshaus-, Hausgeburtshebammen wie auch Hebammen und GynäkologInnen, die Belegbetten in Geburtskliniken haben, sie alle sind in ihrer beruflichen Existenz gefährdet und können unter diesen neuen Vorrausetzungen Geburtshilfe nicht weiter anbieten.

Die Politik muss dringend tätig werden! Es gibt kaum Versicherer, die noch bereit sind, für Geburtshilfe zu haften. Unsere Berufsgruppe ist mit 4.500 freiberuflichen Hebammen zu klein, um weiter die Haftpflichtabsicherung für ca. 160.000 Geburten zu leisten. Das entspricht einem Viertel der Gesamtgeburtenzahl Deutschlands. Daher brauchen wir Ihre Unterstützung.

Seit 5. Mai läuft die Zeichnungsphase der E-Petition des DHV an den Deutschen Bundestag. Sie wird online unterzeichnet:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=11400


 
Mai 7th, 2010 Gesetzgebung, Menschen, Politisch | No Comments
 
 

Michael-Bührke / www.pixelio.de

Liebes Deutschland,

60 Jahre GrundGesetz – dazu möchte ich dir ganz brav und herzlich gratulieren. Auf dass du nicht weiter von politischen Korinthenkackern erweicht, zermürbt, zerbröselt wirst, sondern noch zig Jahrzehnte unerschütterlich bist, obwohl seltsame Menschen an jeder Ecke von dir rumzerren und dich zurechtstutzen.

Sei unbequem, unbeugsam, Retterin für Verfolgte und halte die Würde der Menschheit fest geborgen in dir. Lass sie nicht los, lass uns nicht los, so dumm und undankbar wir uns auch aufführen mögen.

Liebe Grüße,

deine Shermin

Bildquelle: Michael-Bührke / www.pixelio.de

 
August 26th, 2009 Gesetzgebung | No Comments