Archive for the ‘ Monster – Mumien – Mutationen ’ Category

Da dachte ich schon, dass das Objekt meiner fassungslosen Entsetzenszustände endlich weg vom Fenster ist – gedanklich hatte ich ja schon ein Freundenfest gefeiert und war fast bereit, geläutert in ein keusches Kloster einzutreten, um dort einen ruhigen Lebensabend zu verbringen – aber da hab ich den guten Aaaaaron natürlich total unterschätzt. Als wahrer Aalron hat man immer noch ein Eisen mehr im Feuerchen, mit dem man die Leute in den Wahnsinn treiben und etwas piesacken kann. ;-)

Aaron und die junge Freiheit

Aber gut, nach seinem totaaal überraschenden, superspontanen, gar nicht im Voraus geplanten oder nach Fluchtgedanken vor dem Bundesparteitag und seinem Rechenschaftsbericht klingenden Austritt aus der Piratenpartei, wo er sich hunderten selbstdenkenden und sehr scharfzüngigen Piraten live hätte stellen müssen, hat der kleine Aalron wahrscheinlich viel freie Zeit und braucht ein neues Spielzeug. In diesem Falle gründet er seine eigene Partei, so muss er nicht mehr mit Piraten-Schmuddelkindern spielen. Die sind ja eh doof, ziehen immer an den Haaren und stellen lauter gemeine und hinterhältige Fragen zu den klugen Sachen, die der Aaron immer ohne großartige Gehirnleistung von sich gibt. Der Anlass zur Gründung der Partei “Die Freiheit”? Um mal den dazugehörigen Blogeintrag zu zitieren  ” [...] wann, wenn nicht jetzt?” soll man so eine dolle Partei denn sonst gründen? Tja. Frag ich mich auch.

Der Schutz Deutschlands vor den Ausländern

Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich jetzt wirklich mit nem Lachkrampf zu Boden sinken. Das ist zumindest die Empfehlung vom Politblogger, der  sehr treffsicher seine Finger auf die fragwürdigen Inhalte der Partei legt. Dank ihm blieb mein Auge nach dem ersten Amüsement an dem Pamphlet den wohlfeilen Aussagen zur Optimierung der Einwanderungspolitik hängen. Geil. Wirklich. Man will ja nicht alle Fremdlinge draußen halten. Nur die Unschönen. Die, die nicht so denken wie Aaron und seine Kumpels. Oder die, die kein perfektes Hochdeutsch sprechen. Dann noch die, die keine hohe Schulbildung haben. Und die Ausländer, die hier geboren, in diesem Land sozialisiert wurden, Deutschland als ihre Heimat empfinden – also DIE, die erst recht nicht. Klingt auch kein bissel nach angebräunelter “Ausländer raus!” Scheiße.

Mein Gott, da kann ich ja richtig dankbar sein, dass meine Mutter eine Deutsche ist und damit die bösen ausländischen Vatergene aussticht. Doch halt – mein Vater spricht zwar deutsch, aber nicht perfekt und ob er mit Aarons philosophischen Ansichten einverstanden wäre? Allerdings ist er Dipl. Bauingenier – Uff, das hochqualifizierte Studium reißt es dann hoffentlich in des Aarons göttlich-blaublitzend-arischen Augen wieder raus.  Und war man damals nicht sogar der Meinung, dass die Kurden als indogermanisches Volk nicht ganz so unwert sind…? Da fällt mir ein, dass meine Mom zum Teil schlesische Wurzeln hat. Ist wahrscheinlich auch schlecht. Obwohl… deutsches Großreich und so… Na dann.

Denn Deutschland muss halt geschützt werden, ne? Ja wo kämen wir denn da hin, wenn wir politisch Verfolgten mit niedriger Schulbildung, bloß weil sie vielleicht ein bissel gefoltert oder vergewaltigt werden eine Zuflucht gewähren? Was zu einer längeren Diskussion führen könnte, wie man Deutschland – diesen uralte Schmelztigel unterschiedlichster Kulturen, der stetig daran wächst neuen Input in sich aufzunehmen -  nun eigentlich genau definiert.

So, ich geh dann mal ausgiebig kotzen. Und hoffe, dass Aaron in seinem Sandkasten mit seinen gleichgesinnten Parteifreunden glücklich wird und nie wieder einen Fuß in die Partei setzt, die für mich gleichbedeutend mit Wahrung meiner Bürgerrechte, freier Entfaltung, angemessenen politischen Zielen und der Benutzung der eigenen Gehirnleistung ist.

Post to Twitter Tweet This Post

 
Mai 28th, 2010 Menschen, Monster - Mumien - Mutationen, Netzwelt, Politisch | 1 Comment
 
 

Bin gerade fast bereit für einen Erweckungsgottesdienst. Fühle mich geradezu himmlisch erleichert erleuchtet und stehe kurz davor Konfetti zu werfen. Aaron Stefan Koenig, die Piraten-Nemesis mit der unglaublichsten Begabung geistige Diarrhoe in den medialen Äther  zu blasen und möglichst breit zu zerlatschen, ist heute Abend freiwillig bei den Piraten ausgetreten. Hierzu ein kurzes Zitat von seiner Seite. Ich konzentriere mich hier auf das Wesentliche, das relativ uninteressante Blabla habe ich mal weggeschnitten, bevor wieder irgendwelche Blogbeiträge zufällig editiert werden… :

“Daher bin ich heute aus der Piratenpartei ausgetreten.”

Halleluja. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ich muss jetzt erstmal aus Dankbarkeit ein Meerschweinchen opfern gehen oder sowas.

Post to Twitter Tweet This Post

 
Mai 10th, 2010 Berlin speziell, Daily Gossip, Monster - Mumien - Mutationen, Politisch | 1 Comment
 
 

Interesse an ein wenig Horror-Enten-Teenie-Trash? ;-)
Spannend wo man seine Nichte wiederfindet… Ich lasse euch mal an dem Kunstwerk teilhaben. Ratet welche meine ist: Schakkeline oder Schantalle? *grinst*

Post to Twitter Tweet This Post

 
Mai 4th, 2010 Daily Gossip, Monster - Mumien - Mutationen | No Comments
 
 

Na, dann will ich mein kleines, verpenntes Blog mal aus dem Winterschlaf zerren. Immer über Aaron Stefan König Koenig herziehen ist zwar sehr lustig, aber auch nix wirklich neues.  Ist bestimmt auch besser für meinen Blutdruck, wenn ich dem Geschwalle dieses Herrn gerade mal keine Aufmerksamkeit schenke. Immerhin werde ich dieses Jahr unglaubliche 31 Jahre alt. Falls nichts dazwischen kommt. Außerdem taut es in Berlin. Endlich.  Zeit also jemand anderen mit meiner dezent erhobenen Augenbraue zu beglücken.

Japanische Philisophie trifft auf – äh… ja..

Wen? Bushido. Den deutschen Elite-Gangsta-Rappa vom Dienst. Der domestizierte Vorzeige-Wilde, der so gern von seinem Schwanz, Vergewaltigungen, Gangbangs, willigen Weibern und deren Fotzen faselt, kürzlich einen Film über sein Leben (gähn) herausgebracht hat und nun von der Presse zum tiefsinnigen und authentischen Gangsta-Hengst stilisiert wird (würg). Nebenbei glänzt er wohl auch noch durch ausgeprägte Homophobie und rassistische Äußerungen. Brav bei Maischberger sitzen durfte er auch schon.  Damit haben wir ja alle nötigen Felder abgedeckt. Yay.

Eigentlich geht mir der Typ ja an meinem venusgleichen Hintern total vorbei. Wenn ich anfange, sowas zu beachten, dann ende ich im Blutrausch. Nur ein wenig zuckt mein diszipliniertes Augenlid, wenn ich den Namen zu Gesicht bekomme.  “Bushidō” – der Geist oder Weg des Kriegers. Klar, hört sich ja auch verdammt cool an.  Weitaus besser als das süßliche “Anis Mohamed Youssef Ferchichi”, wo man eher gezwungen ist an kuschlige Monchichis zu denken. Und der neue Name passt  ja auch so wahnsinnig hübsch zur Familienidylle samt Grillwürsteli, die er angeblich in Lichterfelde kultiviert. Nur zur Erläuterung für die Unwissenden: “Bushidō” ist der philosophische Kodex der japanischen Samurai-Kaste und beinhaltet die verschiedenen Tugenden (u.a. zum Beispiel Bescheidenheit, Mitgefühl, Ehrgefühl, Reinheit, Etikette …), die ein Krieger erfüllen muss. Diese Philosophie durchzieht auch schon das “Hagakure”. Irgendwann gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde “Bushidō” dann auch mal in Buchform niedergeschrieben. Achja, bedingungsloser Gehorsam gegenüber einem Oberherrn gehört ja auch zu diesem System. Interessant da mal nach Parallelen zu suchen… Übrigens, nur so als völlig zusammenhangsloser Hinweis: bei einem ehrlosen Verstoß gegen “Bushidō” legte man den Kriegern “Sepukku” – rituellen Selbstmord – nahe. Spannend, nicht?

Bushido, Alice Schwarzer und die Grillwürstchen…

Natürlich bin ich zu dem Thema total, voll und überhaupt zu spät dran. Schließlich spielten sich die eklatanten Szenen im Web ja schon um den Februar-Anfang herum ab. Da hat Herr Bushido nämlich in einem Interview zu seinem (auch Anfang Februar in den Kinos gestarteten, nein, wer hätte DAS nur gedacht?) Film ein wenig herumsinniert. Im Zusammenhang mit Alice Schwarzers Namen fielen Vokabeln wie “Titten [..] deiner Mutter” und “Fick dich ins Knie, du Fotze!”.  Hachja,  tiefenpsychologische Verbalerotik trifft auf geistige Diarrhö. Sehr hübsch. Und das Ganze hat auch bestimmt nix mit dem Film zu tun. *heftig nick* Bestimmt nicht. Ist alles nur Zufall. Jawohl.

Also, langes Geschreibsel, kurzer Sinn. Wem ich hier heute eigentlich Beachtung schenken wollte ist Alice Schwarzer. Die Gründerin und Chefredakteurin der Emma  ist – wie ich finde – eine wahnsinnnig spannende, aber durchaus auch ambivalent zu betrachtende Frau. Auf dem Blog ihrer Seite hat sie jedenfalls mit herrlich geschliffener Zunge auf Bushido und seine Grillwürstchen-Tendenzen Bezug genommen. Wobei ich ihm sein Würstchen natürlich gönne. Jeder sollte eines haben. Ich habe mich beim Lesen  herrlich amüsiert und wollte euch das nicht vorenthalten.
Der SPON nörgelt dazu ein wenig halbgar herum, dass sie ja sagen würde, dass sie dem Gangsta-Dingens-Typen ja keine weitere Publicity schenken wollen würde, es mit ihrer Antwort aber dennoch tue. Wäh.. der da hat aber mehr Pudding auf dem Teller.. und ..äh.. hm.. naja.  Zum einen ist es schwierig, zu sowas seine Klappe zu halten, zum anderen: in ihrem Blogeintrag hat Alice Schwarzer in keinster Weise zu ihm oder dem Interview verlinkt, auch anderweitig ist mir in der Medienlandschaft jetzt noch nichts von ihr hierzu ins Auge gefallen. Und ich persönlich fühle mich jetzt auch nicht sonderlich dem Herren in die Arme getrieben. So what? Ein klein wenig  Chapeau und ein breites Grinsen hiermit an Alice Schwarzer. Die kriegt von mir ein Fleißbienchen eingeklebt, der Anis nicht.

Post to Twitter Tweet This Post

 
Februar 22nd, 2010 Monster - Mumien - Mutationen, Netzwelt | No Comments
 
 

Bin noch mitten im Wahlkater – Volk, ihr habt wirklich den Guido gewählt? Aus Protest?!? Ich steh im Wald, aber ehrlich…
Um dieses schwerwiegende Trauma zu verarbeiten haben wir uns erstmal ne Woche nach Prag abgesetzt. Kulturelles Gegenprogramm sozusagen.

Und da ich ja ein Kind des Web2.0 bin und unter vermehrtem Mitteilungsbedürfnis leide, kann man darüber natürlich auch einiges lesen. Mein Gemahl und ich wechseln uns da blogtechnisch ab. Grast einfach den magischen Kessel oder Kai`s Kram regelmäßig ab, oder abonniert uns einfach via Feedreader. Solltet ihr ja sowieso zun. Ab und an zwitschern wir auch.

Post to Twitter Tweet This Post

 
Oktober 4th, 2009 Alltag, Monster - Mumien - Mutationen, Politisch | No Comments
 
 

Hab ja ganz vergessen euch drauf hinzuweisen. Asche auf mein königliches Haupt! Wir gucken es schon den ganzen Abend – knappe sechs Stunden könnt ihr bei diesem genialen TV-Projekt (läuft derzeit auf Arte und dem RBB) 24hBerlin noch lustvoll in die berliner Seelen spannen, euch mit- schämen, -verlieben, -hoffen, -sabbern, -entsetztsein, -lachen, -weinen, -einsamsein, -gerissen werden.

Verpasst? Guckt in die Mediathek.

Post to Twitter Tweet This Post

 
September 6th, 2009 Menschen, Monster - Mumien - Mutationen | No Comments
 
 

Mittelaltermarkt_HellersdorfVoller Freude haben wir das Plakat vor ein paar Tagen gesichtet -  skeptisch wurden wir dann, als wir bei der Internet-Recherche die Örtlichkeit ausfindig machten. Mitten in Hellersdorf – für Nicht-Berliner: “Bahh nää, mitten in der Platte!”, wie eine gute Freundin es so hübsch zum Ausdruck brachte.

Etwas desillusioniert aber marktwillig fuhren wir dann diesen Samstag da hin. Die U-Bahn hält ja quasi direkt vor unserem Haus und fährt durch, der Eintritt war frei und bei der Monatskarte meines Mannes konnte ich umsonst mitfahren – also keine Ausgaben, die ich der Veranstaltung im Vorfeld negativ anlasten konnte.

Zwischen Neubauten und ein paar kümmerlichen Bäumen war dann der Großteil des Marktes gequetscht. Wobei “Mittelaltermarkt” hier ein  eher euphemistischer Ausdruck ist. Eine Bühne, ein mickriger Keramikstand, ein Stand mit Schmuck (und einem netten Verkäufer), ein paar notorisch überteuerten Klamotten, Lederkrimskrams, Filzketten (?), 5 Fress- und Saufstände (Ich bin ja nun trotz Geschichtsstudium wirklich kein historisch korrekter Korinthenkacker, aber bei frittierten Kartoffel-Schnitzen und China-Pfanne zucke ich schon ein wenig zusammen.), dazwischen und auf einem freien Gelände nebenan zig Stände zum Verticken von Holzschwertern und schickem hölzernen Spielzeug wie Dolchen, Hellebarden, Schilden oder artig-brave Morgensternen. Und da glaubt ein Großteil der Gesellschaft wirklich die mediale Mär, dass unsere braven Kinderlein ja nieeeee mit Waffen spielen würden und durch die bösen modernen Videospiele total unnatürlich verdorben sind. Ja ne, is klar. Der Fall liegt hier ja auch ganz anders, weil – das Zeug ist ja aus Holz und damit automatisch pädagogisch wertvoll, ne?

Für die großen Jungs und Mädels gabs dann noch die obligatorische Schmiede mit Schwertern und anderem schicken Klingenzeugs. Mittendrin amüsierte sich der Plebs. Wie sagte mein Mann so schön: “Mittelaltermarkt! Eine hervorragende Methode um halb Hellersdorf anständig zu bewaffnen!”

Insgesamt war der Markt also eher so wie ihn sich der durchschnittliche Prolet, der sich gerne in schwarze Kunstledermäntel samt Tribal-bedrucktem T-Shirt und möglichst protzigem Drachenanhänger aus Billigmetall hüllt, vorstellt. Aber ich will nicht unfair sein. Ja, ich habe schon bessere Märkte gesehen, aber man merkte er war vom Veranstalter schon ganz liebevoll zusammengestellt. Vor allem war er günstig – ich zog jedenfalls glücklich mit einer neuen handgetöpferten Tasse (ja, ich gestehe, ich habe eine uncoole Affinität zu Keramik) und zwei Paar sehr günstigen Silber-Ohrringen (Mein arabisches Blut zwingt mich zum Feilschen, ich kann da nix für! Auch wenn mein urdeutscher Mann sich dann peinlich berührt abwendet.) von dannen. Die üppigen Apfelkrapfen à 2 Euro und das Glas Met à 2,50 Euro waren weit unter dem, was mir auf anderen Abzock-Märkten schon begegnet ist.

Auf dem Rückweg beglückte uns im übrigen ein  ca. 3 jähriges Mädel im Kinderwagen wiederholt mit Tourette-Syndrom-artigen spitzen Kreischanfällen sobald sie sich zu langweilen schien. Ich mag Kinder. Eigentlich. Aber diese Brut schrie von jetzt-auf-gleich wirklich so, als ob man ihr mal eben einen glühenden Haken in die Eingeweide gerammt hat. Die Mutter ignorierte das weitgehend und unterhielt sich weiter mit ihrem Lebensabschnittsgefährten (im schicken Ed Hardy-Replikat *uärrrgh*), tätschelte höchstens belohnend den Kopf des Kindes, das sich daraufhin kurz beruhigt, um dann im nächsten Moment der Nichtbeachtung wieder Schreie anzustimmen. Man ist als Berliner ja viel gewöhnt, aber die Tonlage war echt unglaublich und ließ den gesamten Wagon entnervt zusammenzucken. Ich glaub ich mach ne neue Kategorie auf: nervige Bälger.

Im Endeffekt war es keine vollkommen verschwendete Zeit, dennoch war ich ganz froh, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit da weg waren – sonst würden sich unsere Organe wahrscheinlich inzwischen auf dem russischen Schwarzmarkt befinden oder so.

Post to Twitter Tweet This Post

 
August 30th, 2009 Berlin speziell, Monster - Mumien - Mutationen | 1 Comment