Archive for the ‘ Netzwelt ’ Category

Wie meine zahllosen Leser in den letzten Wochen bestimmt schon gemerkt haben, glänzt auch dieses Blog (genau wie mein Foodblog) seit einigen Wochen durch Flattr-Buttons. Seit Anfang Juni bin ich dabei und wurde schon unfassbare zweimal wahnsinnig wild geflattrt. Eingenommen habe ich damit erstaunliche 1,77 €. Ja, ja, ich weiß. Ich darf jetzt nicht sofort größenwahnsinnig werden und alles auf einmal auf den Kopf hauen. ;-)

Was ist Flattr? Und wie funktioniert das denn bitte?!

Wer jetzt hier vor diesem Blogeintrag steht, sich ein wenig ratlos am Kopf kratzt und sich fragt warum die komische wirre Frau da dauernd was von flatternden Dingen schreibt, dem möchte ich meinen brandneu veröffentlichen Artikel “Was ist Flattr? Und wie funktioniert Micopayment?” an das interessierte Leserherzchen legen.

Mit Flattr wirklich Geld verdienen? Kann man damit wirklich Kohle machen?

Meine persönliche Erfahrung zeigt: ja, man kann mit Flattr durchaus Geld verdienen. Dazu habe ich – weil ich als freie Journalistin auch irgendwie monetären Dingen zwecks Lebenshaltungskosten und Luxusartikeln nachhänge – auch noch einen Artikel zum Thema “Flattr – Internet-Revolution per Micropayment?” bei Suite101.de eingestellt.  Aber (war ja klar, dass das kommt, oder?), damit Flattr – oder andere Micropayment-Dienste wie zum Beispiel Kachingle – in Zukunft wirklich Geld einbringen braucht man:

a) Echt guten Content auf seiner Seite oder seinem Blog. Also gute freie Software, Bilder oder zum Beispiel geile Texte (Hier! Ab und an jedenfalls. Wirklich!), die den Lesern einen echten Mehrwert bieten. Ich habe ja die Hoffnung, dass irgendwann nicht nur meinungsbildende und fachlich interessante Artikel dazu gehören, sondern man so auch Literatur im Netz finanzieren kann. Stichwort: Kulturflatrate per Social Payment Service. Warum nicht berührende Prosa oder Lyrik, die das Herz mit einem flammenden Pfeil aus Worten trifft, flattrn? Sozusagen direktes Kultursponsoring vom Fan – nein Leute, stoßt jetzt bitte keine Diskussion darüber an, ob Kunst gefällig sein sollte oder nicht.

b) Man benötigt eine sehr viel größere Masse an Usern, die Dinge “belohnen” wollen. Mal ganz ehrlich: Derzeit sind doch größtenteils technikbegeisterte Nerds und die so called “Internet-Elite” bei Flattr unterwegs. Das zeigt sich auch an den meist geflattrten und eingestellten Inhalten. Erst wenn wirklich eine breite durchschnittliche Bevölkerungsschicht (Ich weigere mich an dieser Stelle  allerdings vehement vom Bildzeitungs-Leser zu sprechen, deren durchschnittlicher Intellekt mich immer wieder …erstaunt… ) auch hier vertreten ist und es als vollkommen normal ansieht freiwillig für freie Inhalte zu zahlen, ist das System wirklich erfolgreich. Aber da muss es erstmal hinkommen – ohne im Vorfeld totgeredet zu werden.

c) Man braucht viele Leser. Kleine und relativ unbekannte Laber-Blogs – wie zum Beispiel die Berlin Kolumne ;-) – dürfen zwar davon träumen mit Flattr den großen Reibach zu machen, das wars dann aber auch schon. So lange man aber nicht täglich hunderte bis tausende von Lesern hat, die alle brav bei einem Micropayment-Dienst wie Flattr oder Kachingle angemeldet sind und gerne auf bunte Bildchen klicken, wird es echt schwierig.

Micropayment/Flattr-Fazit

Ja, das waren jetzt gleich drei Dinge auf einmal… Flattr ist also eine (!) mögliche, mir recht sympathische Zukunftsperspektive. Vor Kritik und Gefahren bei Flattr sollte man dennoch nicht die Augen verschließen, in meinem zuletzt verlinkten Artikel spreche ich diese auch an. Wer sich noch ein wenig elitäres Rumgenörgel mit dem Touch von “Bäh. Ich bin was besonderes. Ich stelle mich gegen den Mainstream! Ha!” geben möchte, für den hat der im Internet allgegenwärtige Sascha Lobo noch einige interessante Kritikpunkte zu Flattr zusammengestellt und macht klar, warum er keinesfalls diesen Mikrobezahldienst nutzen wird. Werbebanner sind ja auch viel toller (Und Werbung wird im Endeffekt ja auch gar nicht auf die Kunden umgelegt. Nein, nein.). Das Lesen der Kommentare lohnt sich in diesem Fall durchaus.

Nachtrag: Ganz vergessen – ich habe noch drei Flattr-Invites zu vergeben. Bei Interesse einfach melden.

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Juli 10th, 2010 Netzwelt | No Comments
 
 

Da dachte ich schon, dass das Objekt meiner fassungslosen Entsetzenszustände endlich weg vom Fenster ist – gedanklich hatte ich ja schon ein Freundenfest gefeiert und war fast bereit, geläutert in ein keusches Kloster einzutreten, um dort einen ruhigen Lebensabend zu verbringen – aber da hab ich den guten Aaaaaron natürlich total unterschätzt. Als wahrer Aalron hat man immer noch ein Eisen mehr im Feuerchen, mit dem man die Leute in den Wahnsinn treiben und etwas piesacken kann. ;-)

Aaron und die junge Freiheit

Aber gut, nach seinem totaaal überraschenden, superspontanen, gar nicht im Voraus geplanten oder nach Fluchtgedanken vor dem Bundesparteitag und seinem Rechenschaftsbericht klingenden Austritt aus der Piratenpartei, wo er sich hunderten selbstdenkenden und sehr scharfzüngigen Piraten live hätte stellen müssen, hat der kleine Aalron wahrscheinlich viel freie Zeit und braucht ein neues Spielzeug. In diesem Falle gründet er seine eigene Partei, so muss er nicht mehr mit Piraten-Schmuddelkindern spielen. Die sind ja eh doof, ziehen immer an den Haaren und stellen lauter gemeine und hinterhältige Fragen zu den klugen Sachen, die der Aaron immer ohne großartige Gehirnleistung von sich gibt. Der Anlass zur Gründung der Partei “Die Freiheit”? Um mal den dazugehörigen Blogeintrag zu zitieren  ” [...] wann, wenn nicht jetzt?” soll man so eine dolle Partei denn sonst gründen? Tja. Frag ich mich auch.

Der Schutz Deutschlands vor den Ausländern

Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich jetzt wirklich mit nem Lachkrampf zu Boden sinken. Das ist zumindest die Empfehlung vom Politblogger, der  sehr treffsicher seine Finger auf die fragwürdigen Inhalte der Partei legt. Dank ihm blieb mein Auge nach dem ersten Amüsement an dem Pamphlet den wohlfeilen Aussagen zur Optimierung der Einwanderungspolitik hängen. Geil. Wirklich. Man will ja nicht alle Fremdlinge draußen halten. Nur die Unschönen. Die, die nicht so denken wie Aaron und seine Kumpels. Oder die, die kein perfektes Hochdeutsch sprechen. Dann noch die, die keine hohe Schulbildung haben. Und die Ausländer, die hier geboren, in diesem Land sozialisiert wurden, Deutschland als ihre Heimat empfinden – also DIE, die erst recht nicht. Klingt auch kein bissel nach angebräunelter “Ausländer raus!” Scheiße.

Mein Gott, da kann ich ja richtig dankbar sein, dass meine Mutter eine Deutsche ist und damit die bösen ausländischen Vatergene aussticht. Doch halt – mein Vater spricht zwar deutsch, aber nicht perfekt und ob er mit Aarons philosophischen Ansichten einverstanden wäre? Allerdings ist er Dipl. Bauingenier – Uff, das hochqualifizierte Studium reißt es dann hoffentlich in des Aarons göttlich-blaublitzend-arischen Augen wieder raus.  Und war man damals nicht sogar der Meinung, dass die Kurden als indogermanisches Volk nicht ganz so unwert sind…? Da fällt mir ein, dass meine Mom zum Teil schlesische Wurzeln hat. Ist wahrscheinlich auch schlecht. Obwohl… deutsches Großreich und so… Na dann.

Denn Deutschland muss halt geschützt werden, ne? Ja wo kämen wir denn da hin, wenn wir politisch Verfolgten mit niedriger Schulbildung, bloß weil sie vielleicht ein bissel gefoltert oder vergewaltigt werden eine Zuflucht gewähren? Was zu einer längeren Diskussion führen könnte, wie man Deutschland – diesen uralte Schmelztigel unterschiedlichster Kulturen, der stetig daran wächst neuen Input in sich aufzunehmen -  nun eigentlich genau definiert.

So, ich geh dann mal ausgiebig kotzen. Und hoffe, dass Aaron in seinem Sandkasten mit seinen gleichgesinnten Parteifreunden glücklich wird und nie wieder einen Fuß in die Partei setzt, die für mich gleichbedeutend mit Wahrung meiner Bürgerrechte, freier Entfaltung, angemessenen politischen Zielen und der Benutzung der eigenen Gehirnleistung ist.

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Mai 28th, 2010 Menschen, Monster - Mumien - Mutationen, Netzwelt, Politisch | 1 Comment
 
 

Na, dann will ich mein kleines, verpenntes Blog mal aus dem Winterschlaf zerren. Immer über Aaron Stefan König Koenig herziehen ist zwar sehr lustig, aber auch nix wirklich neues.  Ist bestimmt auch besser für meinen Blutdruck, wenn ich dem Geschwalle dieses Herrn gerade mal keine Aufmerksamkeit schenke. Immerhin werde ich dieses Jahr unglaubliche 31 Jahre alt. Falls nichts dazwischen kommt. Außerdem taut es in Berlin. Endlich.  Zeit also jemand anderen mit meiner dezent erhobenen Augenbraue zu beglücken.

Japanische Philisophie trifft auf – äh… ja..

Wen? Bushido. Den deutschen Elite-Gangsta-Rappa vom Dienst. Der domestizierte Vorzeige-Wilde, der so gern von seinem Schwanz, Vergewaltigungen, Gangbangs, willigen Weibern und deren Fotzen faselt, kürzlich einen Film über sein Leben (gähn) herausgebracht hat und nun von der Presse zum tiefsinnigen und authentischen Gangsta-Hengst stilisiert wird (würg). Nebenbei glänzt er wohl auch noch durch ausgeprägte Homophobie und rassistische Äußerungen. Brav bei Maischberger sitzen durfte er auch schon.  Damit haben wir ja alle nötigen Felder abgedeckt. Yay.

Eigentlich geht mir der Typ ja an meinem venusgleichen Hintern total vorbei. Wenn ich anfange, sowas zu beachten, dann ende ich im Blutrausch. Nur ein wenig zuckt mein diszipliniertes Augenlid, wenn ich den Namen zu Gesicht bekomme.  “Bushidō” – der Geist oder Weg des Kriegers. Klar, hört sich ja auch verdammt cool an.  Weitaus besser als das süßliche “Anis Mohamed Youssef Ferchichi”, wo man eher gezwungen ist an kuschlige Monchichis zu denken. Und der neue Name passt  ja auch so wahnsinnig hübsch zur Familienidylle samt Grillwürsteli, die er angeblich in Lichterfelde kultiviert. Nur zur Erläuterung für die Unwissenden: “Bushidō” ist der philosophische Kodex der japanischen Samurai-Kaste und beinhaltet die verschiedenen Tugenden (u.a. zum Beispiel Bescheidenheit, Mitgefühl, Ehrgefühl, Reinheit, Etikette …), die ein Krieger erfüllen muss. Diese Philosophie durchzieht auch schon das “Hagakure”. Irgendwann gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde “Bushidō” dann auch mal in Buchform niedergeschrieben. Achja, bedingungsloser Gehorsam gegenüber einem Oberherrn gehört ja auch zu diesem System. Interessant da mal nach Parallelen zu suchen… Übrigens, nur so als völlig zusammenhangsloser Hinweis: bei einem ehrlosen Verstoß gegen “Bushidō” legte man den Kriegern “Sepukku” – rituellen Selbstmord – nahe. Spannend, nicht?

Bushido, Alice Schwarzer und die Grillwürstchen…

Natürlich bin ich zu dem Thema total, voll und überhaupt zu spät dran. Schließlich spielten sich die eklatanten Szenen im Web ja schon um den Februar-Anfang herum ab. Da hat Herr Bushido nämlich in einem Interview zu seinem (auch Anfang Februar in den Kinos gestarteten, nein, wer hätte DAS nur gedacht?) Film ein wenig herumsinniert. Im Zusammenhang mit Alice Schwarzers Namen fielen Vokabeln wie “Titten [..] deiner Mutter” und “Fick dich ins Knie, du Fotze!”.  Hachja,  tiefenpsychologische Verbalerotik trifft auf geistige Diarrhö. Sehr hübsch. Und das Ganze hat auch bestimmt nix mit dem Film zu tun. *heftig nick* Bestimmt nicht. Ist alles nur Zufall. Jawohl.

Also, langes Geschreibsel, kurzer Sinn. Wem ich hier heute eigentlich Beachtung schenken wollte ist Alice Schwarzer. Die Gründerin und Chefredakteurin der Emma  ist – wie ich finde – eine wahnsinnnig spannende, aber durchaus auch ambivalent zu betrachtende Frau. Auf dem Blog ihrer Seite hat sie jedenfalls mit herrlich geschliffener Zunge auf Bushido und seine Grillwürstchen-Tendenzen Bezug genommen. Wobei ich ihm sein Würstchen natürlich gönne. Jeder sollte eines haben. Ich habe mich beim Lesen  herrlich amüsiert und wollte euch das nicht vorenthalten.
Der SPON nörgelt dazu ein wenig halbgar herum, dass sie ja sagen würde, dass sie dem Gangsta-Dingens-Typen ja keine weitere Publicity schenken wollen würde, es mit ihrer Antwort aber dennoch tue. Wäh.. der da hat aber mehr Pudding auf dem Teller.. und ..äh.. hm.. naja.  Zum einen ist es schwierig, zu sowas seine Klappe zu halten, zum anderen: in ihrem Blogeintrag hat Alice Schwarzer in keinster Weise zu ihm oder dem Interview verlinkt, auch anderweitig ist mir in der Medienlandschaft jetzt noch nichts von ihr hierzu ins Auge gefallen. Und ich persönlich fühle mich jetzt auch nicht sonderlich dem Herren in die Arme getrieben. So what? Ein klein wenig  Chapeau und ein breites Grinsen hiermit an Alice Schwarzer. Die kriegt von mir ein Fleißbienchen eingeklebt, der Anis nicht.

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Februar 22nd, 2010 Monster - Mumien - Mutationen, Netzwelt | No Comments
 
 

Blog Day 2009 Noch bastele ich an Blog und Theme herum – bevor ich mich hier gänzlich häuslich niederlasse, möchte ich schon mal kurz auf eine Aktion verweisen, die ich ganz sinnig und empfehlenswert finde: den Blog Day

Wer bei twitter vertreten ist, wird hier Parallelen zum Follow Friday finden – einmal im Jahr spricht man seine Empfehlungen für 5 Blogs aus, skizziert diese mit einigen Sätzen in seinem Blog und meldet den Eintrag bei der Website der Aktion. Eine gute Möglichkeit die Nase mal in die Nischen der Netzwelt zu stecken und über den sprichwörtlichen Tellerrand hinauszublicken. Ich denke da draußen gibt es viel zu entdecken.

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August 28th, 2009 Netzwelt | No Comments